2025
Entscheide des Schweizerischen Bundesgerichts zum Erbrecht, zur Erbschaftssteuer und zur Strukturierung des Vermögens (Stiftungen, Trusts) des Jahres 2025
Redaktion successio online (Hans Rainer Künzle), 01.01.2025
__________________________________________________________________________________________________________________
Schweizerisches Bundesgericht 5A_1092/2025 vom 22.12.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbenvertretung mit beschränkter Befugnis
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_271/2025 vom 19.12.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Kosten (Erbschaft)
---
Tribunal Fédéral 5A_641/2024 du 28.11.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage de la succession, servitude de passage
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_435/2025 vom 27.11.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Forderung (Haftung des Willensvollstreckers)
Die zivilrechtliche Verantwortlichkeit des Willensvollstreckers gegenüber den Erben ist eine der auftragsrechtlichen Haftung gemäss Art. 398 ff. OR nachgebildete vertragsähnliche Verschuldenshaftung (E. 4).
Für Verantwortlichkeitsansprüche von Erben gegenüber dem Willensvollstrecker gilt die zehnjährige Verjährungsfrist von Art. 127 OR (E. 5).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer ist der dies a quo bei (zivilrechtlichen) Verantwortlichkeitsansprüchen gegenüber einem Willensvollstrecker grundsätzlich nicht der Tag, an dem das Mandat endet, sondern derjenige, an dem das pflichtwidrige Ereignis stattfindet. Die Erben, denen der Nachlass als Ganzes mit dem Tod des Erblassers kraft Gesetzes zufällt (Art. 560 Abs. 1 und 2 ZGB), können mit anderen Worten vom Moment der Pflichtwidrigkeit an Schadenersatz verlangen (E. 6.2).
Etwas anderes gilt aber für den Fall, dass ein eigentliches "Dauerdelikt" oder eine pflichtwidrige Unterlassung vorliegt, das schädigende Verhalten also während einer bestimmten Zeitspanne andauert. In diesem Fall liegt erst mit Beendigung der schädigenden Handlung ein abgeschlossenes Ereignis vor und beginnt daher auch erst in diesem Zeitpunkt die Verjährungsfrist zu laufen (E. 6.3).
Der vor Eintritt der Verjährung erklärte Verzicht auf die Erhebung der Verjährungseinrede eröffnet grundsätzlich weder eine neue Verjährungsfrist noch steht die Verjährungsfrist während dieser Zeit still; dem Schuldner ist lediglich bis zum genannten Zeitpunkt versagt, sich auf die Verjährung zu berufen (E. 7.1.3).
Als Anerkennung im Sinne von Art. 135 Ziff. 1 OR gilt jedes Verhalten des Schuldners, das vom Gläubiger nach Treu und Glauben als Bestätigung seiner rechtlichen Verpflichtung aufgefasst werden darf (E. 7.2.1).
Die Anerkennung der Leistungspflicht durch die Berufshaftpflichtversicherung im Rahmen der Versicherungsdeckung stellt unter den gegebenen Umständen keine verjährungsunterbrechende Schuldanerkennung hinsichtlich weitergehender Schadenersatzforderungen dar (E. 7.2.2).
= iusnet ErbR vom 26.01.2026
(Verjährung von Schadenersatzforderungen der Erben
gegenüber dem Willensvollstrecker)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_690/2025 vom 27.11.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbschaftsangelegenheit
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_941/2025 vom 26.11.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Rechtsverweigerung (Entscheidbegründung)
---
Tribunal Fédéral 5A_832/2025 du 25.11.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - refus de suspendre la procédure (succession; action en pétition d'hérédité)
= iusnet ErbR vom 06.01.2026 (Zu Unrecht verweigerte Sistierung des Verfahrens?)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_496/2025 vom 21.11.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - vorsorgliche Beweisführung (Erbrecht)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_976/2025 vom 12.11.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Aufhebung der Erbenbescheinigung
Erwähnung auf dem Erbschein, dass die Ersatzwillensvollstreckerin den Antrag angenommen und später das Amt wieder niedergelegt habe. Weigerung des Bezirksgerichts, einen neuen Erbschein ohne Erwähnung der Willensvollstreckung auszustellen. Das Obergericht trat auf die Beschwerde mangels schutzwürdigem Interesse nicht ein, das Bundesgericht trat auf die Beschwerde mangels Einhaltung der qualifiziertem Rügeanforderungen nicht ein (E. 5).
Tribunal Fédéral 5A_664/2025 du 10.11.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Partage successoral
Les dispositions pour cause de mort ou les donations inconciliables avec un pacte successoral ne sont pas nulles de plein droit. Elles doivent être attaquées en justice au moyen de l'action prévue à l'art. 494 al. 3 CC, qui est une action analogue à l'action en réduction et est soumise aux délais de péremption de l'art. 533 CC (c. 4.2.2).
II. Zivilrechtliche Abteilung - Erbrecht - Erbteilung
Mit einem Erbvertrag unvereinbare Verfügungen von Todes wegen oder Schenkungen sind nicht von Gesetzes wegen nichtig. Sie müssen vielmehr mit der Klage nach Art. 494 Abs. 3 ZGB angefochten werden, die der Herabsetzungsklage entspricht und den Verwirkungsfristen von Art. 533 ZGB unterliegt (E. 4.2.2).
Schweizerisches Bundesgericht 4A_368/2025 vom 21.10.2025
I. zivilrechtliche Abteilung – Schuldbetreibungs- und Konkursrecht - Definitive Rechtsöffnung; Vollstreckung öffentlicher Urkunden
Betreibung durch den Willensvollstrecker für die Erbengemeinschaft
Schweizerisches Bundesgericht 5A_666/2024 vom 20.10.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbrecht
Die Auslegung von Testamenten ist willensorientiert; eine Auslegung nach dem am Erklärungsempfänger orientierten Vertrauensprinzip fällt ausser Betracht. Massgebend ist einzig, was der Erblasser mit seiner Äusserung sagen wollte. Dieser Wille ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich zunächst allein anhand der schriftlich festgehaltenen Anordnungen zu ermitteln. Sind diese schriftlichen Anordnungen so formuliert, dass sie ebenso gut im einen wie im andern Sinn verstanden werden können, darf das Gericht das Geschriebene unter Berücksichtigung des Testaments als Ganzes auslegen. Es kann auch ausserhalb der Testamentsurkunde liegende Elemente zur Auslegung heranziehen, soweit sie den im Text unklar oder unvollständig ausgedrückten Willen erhellen. Durch die Auslegung darf nichts in die Verfügung hineingelegt werden, was nicht darin enthalten ist (E. 3.2).
Das gesetzliche Erbrecht entspricht vermutungsweise der üblichen Auffassung und Absicht eines Erblassers. Bei der Auslegung von Verfügungen, die einen mehrfachen Sinn haben können, ist deshalb im Zweifel anzunehmen, der Erblasser habe sich der gesetzlichen Regelung anschliessen wollen. Wenn der Erblasser alle gesetzlichen Erben ohne nähere Bezeichnung ihrer Quote als Erben aufführt («sind meine Kinder, A. B. C. D.»), ist entsprechend dieser allgemeinen Vermutung davon auszugehen, dass es sich um eine blosse Erwähnung des gesetzlichen Erbrechts handelt (E. 3.2).
Der Erblasser hat die Erbenstellung seiner Nachkommen als bereits gegeben vorausgesetzt; sein Wille war darauf gerichtet, Vorschriften zur Teilung des Nachlasses zu verfügen (E. 3.4.6).
= dRSK vom 09.02.2026 (Felix Horat, Abgrenzung zwischen Erbeinsetzung und blosser Erwähnung der gesetzlichen Erbfolge)
= iusnet ErbR vom 16.12.2025 (Nur gesetzliche oder auch eingesetze Erben?)
= ZBGR 107 (2026) 37
ZGB Art. 457 ff., 467 ff., 483, 498: Auslegung einer eigenhändigen letztwilligen Verfügung. Erbenstellung aufgrund Gesetz oder einer Verfügung von Todes wegen
Auslegungsgrundsätze (Erw. 3.2). Auslegung des Wortlautes in einem eigenhändigen Testament, das vom Erblasser vor seiner Heirat verfasst worden ist, wonach nur die Kinder erbberechtigt sind. Lediglich Feststellung der gesetzlichen Erben oder Erbeinsetzung mit Ausschluss der überlebenden Ehefrau als gesetzlicher Erbin (Erw. 3.3 und 3.4)
CC art. 457ss, 467ss, 483, 498; interprétation d’un testament olographe. Acquisition de la qualité d’héritier fondée sur la loi ou une disposition pour cause de mort
Principes d’interprétation (cons. 3.2). Interprétation du texte d’un testament olographe que son auteur a établi avant son mariage et dans lequel il désigne ses enfants comme seuls héritiers. Uniquement constatation de la qualité d’héritiers légaux ou institution d’héritiers, à l’exclusion de l’épouse survivante en tant qu’héritière légale (cons. 3.3 et 3.4).
Schweizerisches Bundesgericht 5A_748/2025 vom 14.10.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Testamentsanfechtung (Auskunftsbegehren)
---
Tribunal Fédéral 2C_434/2025 du 06.10.2025
IIe Cour de droit public - Droit fondamental - Profession de notaire; procédure disciplinaire
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_113/2025 vom 03.10.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Schadenersatz (Willensvollstreckung)
= iusnet ErbR vom 23.12.2025 (Schadenersatzklage gegen den Willensvollstrecker
Tribunale Federale 5A_724/2025 du 03.10.2025
II Corte di diritto civile – Diritto successorio – istanza di semplificazione del processo (causa successoria)
---
Schweizerisches Bundesgericht 9C_113/2025 vom 27.09.2025
III. öffentlich-rechtliche Abteilung – Öffentliche Finanzen & Abgaberecht - Erbschaftssteuer des Kantons Luzern, Steuerperiode 2022
Grundvoraussetzung für die Zugehörigkeit zum elterlichen Stamm ist im schweizerischen Erbrecht, dass ein zivilrechtliches Verwandtschaftsverhältnis bzw. ein rechtliches Kindesverhältnis besteht. Die vorinstanzliche Auslegung und Anwendung des Grundtatbestandes ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden (E. 3.3.5).
Anders als der Grundtatbestand findet der Ergänzungstatbestand von § 3 Abs. 2 EStG/LU in formeller Hinsicht im schweizerischen Erbrecht kein Gegenstück. Es handelt sich um eine autonome Rechtsschöpfung des kantonalen Gesetzgebers, die – so steht zu vermuten – die Härten des Gesetzes abzufedern sucht, wo eine rein "formal zivilrechtliche Betrachtungsweise" bei nahestehenden Personen zu einem unbilligen Ergebnis führen könnte (E. 4.1).
Die Vorinstanz geht - trotz gebotener Prüfung des kantonalen Rechts von Amtes wegen - auf den Ergänzungstatbestand mit keinem Wort ein. Ihre Optik ist (allzu) stark davon inspiriert, dass die Zivilgerichte im vorliegenden Fall keine Feststellung der Vaterschaft herbeigeführt haben. Dies ist im Bereich des Ergänzungstatbestandes unzureichend: Hält man sich den Ergänzungstatbestand vor Augen, zeigt sich unvermittelt, dass der Fächer auf uneheliche, erbberechtigte Blutsverwandte ausgedehnt wird. Damit können nur Personen gemeint sein, die zwar nicht zivilrechtlich, aber biologisch entweder dem elterlichen oder grosselterlichen Stamm zugehörig sind (E. 4.2).
Anders, als im Bereich des Grundtatbestandes, wo es ohne Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft zu keiner hinreichenden Kindesbeziehung kommen kann, wird der Ergänzungstatbestand seinen Gehalt nur dann entfalten, wenn die Steuerbehörden bzw. Steuergerichte – in Ermangelung eines Zivilurteils – vorfrageweise klären, wie es sich mit der Blutsverwandtschaft verhält. Über das tatsächliche Element der Blutsverwandtschaft hinaus hätten die kantonalen Behörden in rechtlicher Hinsicht zu klären gehabt, ob der Steuerpflichtige "erbberechtigt" sei, was die zweite Voraussetzung des Ergänzungstatbestandes bildet. Gefragt hätte sich namentlich, ob - nach erfolgter Auslegung des Ergänzungstatbestandes - auch eine Begünstigung durch letztwillige Verfügung zur "Erbberechtigung" in diesem Sinne führe, oder ob damit ausschliesslich die Erbfolge von Gesetzes wegen (Intestaterbfolge) gemeint sei (E. 4.3).
= BGE 152 II 1
Art. 1 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1, Art. 457-459 ZGB; Art. 13a SchlT ZGB; § 3 Abs. 1 und 2 des Gesetzes des Kantons Luzern vom 27. Mai 1908 betreffend die Erbschaftssteuern (EStG/LU); kann auch eine uneheliche Person erbschaftssteuerrechtlich als mit der verstorbenen Person "verwandt" gelten?
Beim Erbschaftssteuerrecht des Kantons Luzern handelt es sich um nicht harmonisiertes, rein kantonales öffentliches Recht. Solches ist nach den üblichen Regeln auszulegen. Die Bedeutung eines zivilrechtlichen Begriffs, die diesem im Abgaberecht zukommt, ist durch Auslegung unter Berücksichtigung des abgaberechtlichen Zusammenhangs zu gewinnen (E. 2).
Die Berücksichtigung als Erbe setzt gemäss Art. 457 ff. ZGB ein zivilrechtliches Verwandtschaftsverhältnis voraus. Ein rein biologischer Ansatz ist dem Zivilrecht fremd. Dasselbe gilt gemäss § 3 Abs. 1 EStG/LU: Eine rein biologische Abstammung reicht grundsätzlich nicht aus, um den Grundtatbestand (mit privilegiertem Steuersatz) zu erfüllen (E. 3).
Über diesen formal zivilrechtlichen Ansatz hinaus kennt das Erbschaftssteuerrecht des Kantons Luzern einen Ergänzungstatbestand. Diesem zufolge findet der Grundtatbestand mittelbare Anwendung, sofern es sich um uneheliche, blutsverwandte Personen handelt, die erbberechtigt sind. Wie es sich mit diesen Anforderungen verhält, wird der Kanton Luzern im vorliegenden Fall zu prüfen haben (E. 4).
Art. 1 al. 1, art. 6 al. 1, art. 457-459 CC; art. 13a Tit. fin. CC; § 3 al. 1 et 2 de la loi du canton de Lucerne du 27 mai 1908 relative aux impôts successoraux (EStG/LU); une personne née hors mariage peut-elle être considérée comme "apparentée" à la personne décédée en droit fiscal successoral?
Le droit fiscal successoral du canton de Lucerne ne relève pas du droit harmonisé mais du pur droit public cantonal. Un tel droit doit être interprété selon les règles usuelles. La signification d'une notion de droit civil qui trouve application en droit fiscal doit être clarifiée par une interprétation qui tienne compte du contexte fiscal (consid. 2).
La reconnaissance de la qualité d'héritier au sens des art. 457 ss CC présuppose un lien de parenté au sens du droit civil. Une approche purement biologique est étrangère au droit civil. Il en va de même au § 3 al. 1 EStG/LU: une filiation purement biologique ne suffit en principe pas pour remplir les conditions de base (avec un taux d'imposition privilégié; consid. 3).
Au-delà de cette approche formelle de droit civil, le droit fiscal successoral du canton de Lucerne prévoit une disposition complémentaire. Selon celle-ci, les conditions de base s'appliquent indirectement pour autant qu'il s'agisse de personnes nées hors mariage, apparentées par le sang, qui ont le droit d'hériter. Le canton de Lucerne devra examiner dans le cas présent si ces conditions sont remplies (consid. 4).
Art. 1 cpv. 1, art. 6 cpv. 1, art. 457-459 CC; art. 13a Tit. fin. CC; § 3 cpv. 1 e 2 della legge del Canton Lucerna del 27 maggio 1908 concernente le imposte di successione (EStG/LU); anche una persona nata fuori dal matrimonio può essere considerata "parente" della persona deceduta ai fini del diritto fiscale successorio?
Il diritto fiscale successorio del Canton Lucerna non rientra nel diritto armonizzato ma si tratta di diritto pubblico cantonale in senso proprio. Esso va pertanto interpretato secondo le regole usuali. Il significato di una nozione (di diritto civile) nel diritto fiscale deve essere chiarito mediante un'interpretazione che considera il contesto di diritto fiscale in cui è inserita (consid. 2).
Per essere considerati eredi nel senso degli art. 457 segg. CC è necessario un rapporto di parentela (di diritto civile). Un approccio di filiazione puramente biologico è estraneo al diritto civile. Lo stesso vale per il § 3 cpv. 1 EStG/LU: una filiazione puramente biologica non è in linea di principio sufficiente per adempiere i presupposti di base (con aliquota fiscale privilegiata; consid. 3).
Oltre a questo approccio formale di diritto civile, il diritto fiscale successorio del Canton Lucerna prevede una disposizione integrativa. Secondo tale norma, i presupposti di base trovano applicazione indiretta anche nel caso di persone nate fuori dal matrimonio ma legate da vincolo di sangue, che sono legittimate a succedere. Nel caso in esame, spetterà al Canton Lucerna determinare se tali presupposti siano realizzati (consid. 4).
= ZBJV 161 (2025) 727 (Martin Kocher: Können erbschaftssteuerlich auch uneheliche Kinder eines Verstorbenen
als mit diesem verwandt gelten?)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_547/2025 vom 24.09.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Kostenvorschuss ( Anerkennung Erbschaftsverwalter)
= iusnet ErbR vom 28.10.2025 (Beschwerde gegen einen Zwischenentscheid betreffend einen
Kostenvorschuss)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_523/2024 vom 17.09.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbteilung
Stirbt ein Erbe, nachdem er den Erbgang erlebt hat, so vererbt sich gemäss Art. 542 Abs. 2 ZGB sein Recht an der Erbschaft auf seine Erben. Dieses "Recht an der Erbschaft" umfasst namentlich die Rechte des Erben als Mitglied der Erbengemeinschaft. Der Erbeserbe - und im Falle mehrerer Erbeserben jeder derselben - wird somit seinerseits Mitglied der Erbengemeinschaft mit genau denselben Rechten, wie sie sein Rechtsvorgänger besessen hat. Eine eigene Erbengemeinschaft im Sinn von Art. 602 ZGB bilden die Erbeserben hingegen in Bezug auf die Erbschaft ihres unmittelbaren Erblassers, zu der auch dessen - ihnen zugefallener - Anteil an der unverteilten Erbschaft gehört. Die Auseinandersetzung der (zweiten) Erbengemeinschaft der Erbeserben setzt in der Regel die vollständige oder teilweise Liquidation der ersten Erbengemeinschaft voraus, deren Mitglieder auch die Erbeserben sind. Die Erbschaften der beiden Gemeinschaften sind zu unterscheiden und haben je ihr eigenes Schicksal (E. 3.4.2).
Schweizerisches Bundesgericht 5A_767/2025 vom 17.09.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbrecht
Tribunale Federale 5A_848/2023 du 16.09.2025
II Corte di diritto civile – Diritto successorio – nullità di testamento
---
Tribunal Fédéral 5A_650/2025 du 16.09.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - Partage successoral
---
Tribunal Fédéral 5A_739/2024 du 11.09.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - certificat d'héritier; indignité successorale (art. 540 CC)
= ZBGR 107 (2026) 45
CC art. 519 et 540; certificat d’héritiers; indignité successorale.
L’autorité chargée d’établir le certificat d’héritiers se borne à un examen formel des dispositions testamentaires. La décision concernant le certificat est une mesure provisionnelle (art. 98 LTF).
L’indignité est d’intérêt public; les dispositions qui s’y rapportent sont de nature impérative.
Il n’appartient pas à l’autorité chargée de la confection du certificat d’héritiers de se prononcer sur la question de savoir si le meurtre commis à la demande de la victime conduit à reconnaître l’indignité de son auteur.
ZGB Art. 519 und 540; Erbbescheinigung; Erbunwürdigkeit.
Die für die Ausstellung der Erbbescheinigung zuständige Behörde beschränkt sich auf eine formelle Prüfung der testamentarischen Verfügungen. Der Entscheid über die Bescheinigung ist eine vorsorgliche Massnahme (Art. 98 BGG).
Die Erbunwürdigkeit ist von öffentlichem Interesse; die diesbezüglichen Bestimmungen sind zwingend.
Es ist nicht Aufgabe der für die Ausstellung der Erbbescheinigung zuständigen Behörde, sich zu der Frage zu äussern, ob der auf Wunsch des Opfers begangene Mord zur Anerkennung der Erbunwürdigkeit des Täters führt.
Schweizerisches Bundesgericht 5A_647/2024 vom 28.08.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Ungültigkeit von letztwilligen Verfügungen
= dRSK vom 16.01.2026 (Daniel Abt/Maren Bürgin, Testamentsanfechtung infolge Urteilsunfähigkeit bzw. Demenz, Kurswechsel und Beeinflussung – ohne Erfolg)
= ZBGR 106 (2025) 350
Interprétations littérale, historique, théologique et systématique de l’art. 361 al. 1 CC relatif à la constitution, en la forme olographe ou authentique, du mandat pour cause d’inaptitude, permettant de trancher que cette disposition ne renvoie pas (implicitement) aux art. 499 ss CC; l’acte authentique est donc régi par le droit cantonal, conformément au principe de l’art. 55 Tit. fin. CC.
Schweizerisches Bundesgericht 5A_347/2024 vom 13.08.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Herabsetzung (Erbteilung)
= BGE 152 III 1
Art. 533 Abs. 1 ZGB; Verwirkung der Herabsetzungsklage bei (lebzeitigen) Zuwendungen an mehr als eine Person; separater Lauf der Verwirkungsfristen.
Der Lauf der einjährigen Frist für die Herabsetzungsklage beginnt bei (lebzeitigen) Zuwendungen an mehr als eine Person bezüglich jeder einzelnen Zuwendungsempfängerin oder jedem einzelnen Zuwendungsempfänger erst dann, wenn die Pflichtteilserbin oder der Pflichtteilserbe über die notwendigen Kenntnisse für die jeweilige Klage verfügt. Dazu zählt die Identität der betroffenen Person. Dagegen ist ein einheitlicher Fristenlauf hinsichtlich aller Zuwendungsempfängerinnen und Zuwendungsempfänger mit Kenntnis des Klagegrundes bezüglich einer der Zuwendungen abzulehnen (E. 11).
Art. 533 al. 1 CC; péremption de l'action en réduction lors de donations (entre vifs) à plus d'une personne; cours distinct des délais de péremption.
Dans le cas de donations (entre vifs) à plus d'une personne, le délai d'un an pour intenter une action en réduction ne commence à courir envers chaque bénéficiaire que lorsque l'héritier réservataire dispose des informations nécessaires pour ouvrir l'action correspondante. Cela inclut l'identité de la personne concernée. En revanche, il y a lieu de rejeter l'application d'un délai unique envers tous les bénéficiaires dès la connaissance d'un motif d'agir en lien avec une des donations (consid. 11).
Art. 533 cpv. 1 CC; perenzione dell'azione di riduzione in caso di liberalità (tra vivi) a più di una persona; decorso separato dei termini di perenzione.
In caso di liberalità (tra vivi) a più di una persona, il termine di un anno per promuovere l'azione di riduzione decorre nei confronti dei singoli beneficiari soltanto dal momento in cui l'erede legittimario dispone delle informazioni necessarie per intentare la rispettiva azione, tra cui l'identità della persona interessata. È invece da respingere l'applicazione di un termine unico nei confronti di tutti i beneficiari a decorrere dalla conoscenza di un motivo di azione in relazione a una delle liberalità (consid. 11).
= dRSK vom 03.06.2026 (Martina Bosshardt, Der Fristbeginn der relativen Verwirkungsfrist i.S.v. Art. 533 Abs. 1 ZGB)
= dRSK vom 23.03.2026 (Yoann Stettler, Le dies a quo du délai de péremption pour intenter l’action en réduction)
= dRSK vom 13.11.2025 (Ramona Fischer, Berechnung der einjährigen Verwirkungsfrist von Herabsetzungsansprüchen bei verschiedenen Zuwendungsempfängern)
= successio 20 (2026) 70 (René Strazzer / Alexandra Zeiter, Der Fristenlauf für die Herabsetzungsklage bei lebzeitigen Zuwendungen an verschiedene Zuwendungsempfänger[innen] - BGer 5A_347/2024)
Tribunal Fédéral 5G_5/2025 du 06.08.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - demande de rectification de l'ordonnance 5A_493/2025 du Tribunal fédéral du 25 juillet 2025
---
Tribunal Fédéral 5A_367/2025 du 23.07.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - indignité successorale
---
Tribunal Fédéral 5D_16/2025 du 23.07.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Tribunal Fédéral 5D_34/2024 du 23.07.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_236/2025 vom 14.07.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Beschwerde gegen den Willensvollstrecker
= ius.focus 10/2025 S. 5
(Justin Paljuh, Willensvollstreckung: Interessenkonflikte und Pflichtverletzungen)
Der Beizug von Drittpersonen, zu denen der Willensvollstrecker in einem persönlichen Verhältnis steht, kann zu Interessenkonflikten führen und muss deshalb gegenüber den Erben offengelegt werden
= dRSK vom 11.11.2025 (Alexandra Hirt, Willensvollstreckung: Informationspflicht und Interessenkonflikt beim Beizug nahestehender Dritter)
= iusnet ErbR vom 18.09.2025 (Willensvollstrecker: Pflichtverletzung durch unterlassene frühzeitige Information der Erben über einen möglichen Interessenkonflikt)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_535/2022 vom 08.07.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Feststellung und Teilung Nachlass
Gemäss Art. 604 Abs. 1 ZGB kann jeder Erbe die Teilung der Erbschaft verlangen. Seine Erbteilungsklage muss sich gegen alle anderen Erben richten und führt zu einem Urteil mit Wirkung für alle Erben. Die Stellung als Erbe ergibt sich entweder aus dem Gesetz (gesetzlicher Erbe; Art. 457 ff. ZGB) oder aus einer Verfügung von Todes wegen des Erblassers (eingesetzter Erbe; Art. 483 ZGB). Aktivlegitimiert zur Erbteilungsklage ist demnach jeder einzelne gesetzliche oder eingesetzte Erbe, wobei auch mehrere Erben als einfache Streitgenossenschaft gemeinsam klagen können. Nicht aktivlegitimiert sind die mit einem Vermächtnis (Art. 484 ZGB) bedachten Personen. Sie müssen ihre Ansprüche gegebenenfalls mittels der Vermächtnisklage (Art. 601 ZGB) geltend machen (E. 5.3).
Die Sachlegitimation zur Erbteilungsklage bestimmt sich nach dem materiellen Recht. Ob die Beschwerdeführerin zum Kreis der Erben zählt und (als Folge davon) zur Erbteilungsklage legitimiert ist, beschlägt - anders ausgedrückt - nicht das Rechtsbegehren, mit dem die klagende Partei dem Gericht bekannt gibt, was sie zugesprochen erhalten will, sondern das tatsächliche Klagefundament, mithin die (auf einer gewillkürten Erbfolge gründende) Erbenstellung, auf die sich die Beschwerdeführerin stützt. Entgegen dem, was die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, ist die Sachlegitimation auch keine Tatsache, die im Zivilprozess als bestritten oder als zugestanden gelten könnte (vgl. Art. 150 Abs. 1 ZPO) (E 6.1).
= dRSK vom 14.01.2026 (Felix Horat, Erbeinsetzung oder Vermächtnis?)
= iusnet ErbR vom 18.09.2025
(Erbteilungsklage: Befugnis zur Prüfung der Aktivlegitimation im Berufungsverfahren)
Tribunal Fédéral 5A_399/2024 du 08.07.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral
---
Tribunal Fédéral 2C_151/2025 du 18.06.2025
IIe Cour de droit public - Santé & sécurité sociale - Qualité de partie du propriétaire d'animal; statut de dénonciatrice
(Stellung der Besitzerin eines verstorbenen Tiers)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_456/2024 vom 12.06.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Schuldbetreibungs- und Konkursrecht -Paulianische Anfechtung (Erbverzichtsvertrag)
= BGE 151 III 579
Art. 495 ff. ZGB; Art. 285 ff., 288 SchKG; Erbverzicht; paulianische Anfechtung
Der Erbverzicht nach Art. 495 ff. ZGB ist keine Rechtshandlung, die der Absichtsanfechtung nach Art. 288 SchKG untersteht (E. 4).
Art. 495 ss CC; art. 285 ss, 288 LP; pacte de renonciation; action paulienne
Le pacte de renonciation selon les art. 495 ss CC n'est pas un acte juridique soumis à la révocation pour dol selon l'art. 288 LP (consid. 4).
Art. 495 segg. CC; art. 285 segg., 288 LEF; rinuncia d'eredità; azione revocatoria
La rinuncia d'eredità secondo gli art. 495 segg. CC non è un atto soggetto alla revocazione per dolo ai sensi dell'art. 288 LEF (consid. 4).
= dRSK vom 19.11.2025 (Martina Bosshardt, Der Erbverzicht (Art. 495 ff. ZGB) bleibt «paulianafest»)
= dRSK vom 13.11.2025 (Timothée Pellouchoud, Le pacte de renonciation à succession face à l’action révocatoire)
= Pra. 9/2025 S. VII
= successio 20 (2026) 144 (Philipp R. Bornhauser, Erbverzicht – keine anfechtbare Rechtshandlung i.S. der Pauliana - BGE 151 III 579)
Tribunal Fédéral 5D_35/2024 du 11.06.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_437/2025 vom 10.06.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Herausgabe einer Liegenschaft
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_400/2025 vom 05.06.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Aufsichtsbeschwerde (Erbteilung)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_409/2025 vom 05.06.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Aufsichtsbeschwerde (Erbteilung)
---
Tribunal Fédéral 5D_21/2024 du 28.05.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Tribunal Fédéral 8C_593/2024 du 28.05.2025
IVe Cour de droit public - Prestations complémentaires à l'AVS/AI - Prestation complémentaire à l'AVS/AI (restitution des prestations légalement percues)
Art. 16b LPC en lien avec l'art. 16a al. 1 LPC et l'art. 27a al. 1 OPC-AVS/AI; restitution des prestations complémentaires légalement perçues; point de départ du délai de péremption.
Le délai relatif d'un an ne peut pas courir avant que l'organe compétent ait eu connaissance non seulement du décès de la personne bénéficiaire des prestations complémentaires mais aussi des éléments de fait essentiels fondant le droit à la restitution en application de l'art. 16a LPC (consid. 4, 6 et 7).
Art. 16b ELG in Verbindung mit Art. 16a Abs. 1 ELG und Art. 27a Abs. 1 ELV; Rückerstattung rechtmässig bezogener Ergänzungsleistungen; Beginn der Verwirkungsfrist.
Die einjährige relative Frist kann nicht zu laufen beginnen, solange das zuständige Organ nicht nur vom Tod des Bezügers der Ergänzungsleistungen, sondern auch von den wesentlichen Sachverhaltselementen, die den Rückforderungsanspruch nach Art. 16a ELG begründen, Kenntnis erhalten hat (E. 4, 6 und 7).
Art. 16b LPC in relazione con l'art. 16a cpv. 1 LPC e l'art. 27a cpv. 1 OPC-AVS/AI; restituzione delle prestazioni complementari percepite legalmente; punto di partenza del termine di perenzione.
Il termine relativo di un anno non inizia a decorrere prima che l'organo competente sia venuto a conoscenza non solo del decesso della persona beneficiaria delle prestazioni complementari ma anche degli elementi di fatto essenziali che fondano il diritto alla restituzione in virtù dell'art. 16a LPC (consid. 4, 6 e 7).
Schweizerisches Bundesgericht 5D_24/2025 vom 23.05.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Sachenrecht - Rechtsschutz in klaren Fällen (Zutrittsrecht): Verkauf einer Liegenschaft im Rahmen einer Erbteilung
Schweizerisches Bundesgericht 5D_55/2024 vom 22.05.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbbescheinigung
= iusnet ErbR vom 24.06.2025 (Streit um den Erbschein)
Tribunal Fédéral 5A_832/2024 du 20.05.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession, compétence
---
Tribunal Fédéral 5D_14/2024 du 19.05.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Tribunal Fédéral 9C_554/2024 du 14.05.2025
IIIe Cour de droit public - Finances publiques & droit fiscal - Impôts cantonaux et communaux du canton de Genève, période fiscale 2020: Émolument d'inventaire successoral
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_364/2024 vom 07.05.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Forderung
Für erbrechtliche Klagen sowie für Klagen auf güterrechtliche Auseinandersetzung beim Tod eines Ehegatten, einer eingetragenen Partnerin oder eines eingetragenen Partners ist nach Art. 28 Abs. 1 ZPO das Gericht am letzten Wohnsitz der Erblasserin oder des Erblassers zuständig (E. 3.1).
Erbrechtlich ist eine Klage dann, wenn sie in engem Zusammenhang mit dem Erbgang steht, wobei wesentlich ist, ob sie ihre Grundlage im Erbrecht hat. Eine erbrechtliche Streitigkeit ist vor diesem Hintergrund gegeben, wenn sich die Parteien auf einen erbrechtlichen Titel berufen, um einen Teil ihrer Erbschaft zu fordern und die Existenz ihrer Rechte feststellen zu lassen. Erbrechtliche Streitigkeiten betreffen demnach Klagen, mit denen Bestand oder Höhe erbrechtlicher Ansprüche geltend gemacht oder bestritten werden (E. 3.1).
Vorliegend ist die Entschädigung des Nachlasses für die Vereinnahmung eines Vermögenswerts durch ein Mitglied der Erbengemeinschaft (Art. 602 Abs. 1 ZGB) vor der Teilung als erbrechtlich zu qualifizieren. Ein solcher Anspruch kann nicht losgelöst eingeklagt werden, sondern ist am letzten Wohnsitz des Erblassers geltend zu machen (E. 3.4).
Schweizerisches Bundesgericht 5D_43/2024 vom 07.05.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Vorschuss für Erbenvertretung
Das Obergericht Zürich führte in ihrem Entscheid an, dass bei länger dauernder Tätigkeit der Erbenvertreterin die Aufsichtsbehörde auch Akontozahlungen in Anrechnung an die später bei Beendigung der Tätigkeit fällig werdende Schlussrechnung geleistet werden können. Auf die Beschwerde trat das Bundesgericht nicht ein.
Tribunal Fédéral 5A_622/2024 du 14.04.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - succession (sûretés en garantie de dépens)
---
Tribunal Fédéral 5A_941/2023 du 14.04.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - activité du représentant de la communauté héréditaire
La désignation d'un représentant de la communauté héréditaire, partant la surveillance portant sur l'accomplissement de ce mandat ainsi que sa révocation, constituent des mesures de sûreté, dès lors des mesures provisionnelles au sens de l'art. 98 LTF. En conséquence, la partie recourante ne peut dénoncer que la violation de droits constitutionnels. Les critiques de nature appellatoire sont irrecevables (c. 2.1).
Die Einsetzung eines Erbenvertreters, die Überwachung der Erfüllung dieses Auftrags sowie seine Abberufung stellen Sicherungsmassnahmen dar und sind somit vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. Folglich kann von der Beschwerdeführerin nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden. Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (E. 2.1).
Schweizerisches Bundesgericht 5A_661/2023 vom 10.04.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbteilung
Als Teilentscheid behandelt das Bundesgericht im Bereich des Erbrechts seit jeher etwa das Urteil über die Ungültigkeitsklage im Rahmen des Ungültigkeits- und Herabsetzungsprozesses oder der Erbteilung (E. 1.3.2).
Gewissermassen als Auffangtatbestand geht das Bundesgericht sodann von einem anfechtbaren Teilentscheid aus, wenn zwar die Erbteilung mit dem angefochtenen Entscheid nicht abgeschlossen ist, die Parteien sich aber über sämtliche anderen Aspekte der Erbteilung geeinigt haben oder mindestens davon auszugehen ist, dass sie sich nach dem Urteil über den im angefochtenen Entscheid entschiedenen Teilaspekt in den übrigen Streitpunkten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einigen vermöchten. Entscheide über blosse Grundsatzfragen sind hingegen – auch im Erbrecht – nicht als Teilentscheide zu qualifizieren. So liegt grundsätzlich kein Teil-, sondern ein Zwischenentscheid vor, wenn über den Grundsatz der Ausgleichungspflicht, über die Zuweisung einzelner Nachlasswerte, über die Höhe des Anrechnungswerts für die unbestrittene Zuweisung oder die Zugehörigkeit einzelner Aktiven zum Nachlass entschieden wird (E. 1.3.2).
Ein Entscheid über die Ausgleichungspflicht ist jedoch grundsätzlich nicht als Teilentscheid zu qualifizieren. Dies wäre nur dann der Fall, wenn sich die Parteien in einem Erbteilungsvertrag über die übrigen Streitpunkte geeinigt haben oder nach dem Urteil über die Ausgleichungspflicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einigen vermöchten. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht gegeben (E. 1.4).
Tribunal Fédéral 5F_9/2025 du 09.04.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - requête de révision de l'arrêt du Tribunal fédéral 5D_10/2024 du 21 février 2025, récusation
---
Schweizerisches Bundesgericht 8C_669/2023 vom 01.04.2025
IV. öffentlich-rechtliche Abteilung – Ergänzungsleistung - Ergänzungsleistung zur AHV/IV (Rückerstattung)
= BGE 151 V 264
Art. 16a Abs. 1 ELG; Art. 27a Abs. 1 ELV; Rz. 4720.03 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL); Rückforderung rechtmässig bezogener Leistungen; Ermittlung des Nachlasses der verstorbenen EL-Bezügerin bei massgebendem Vermögen am Todestag.
Für die Bestimmung des Nachlasses sind die Nachlassaktiven abzüglich der Schulden der Erblasserin oder des Erblassers per Todestag massgeblich. Die Todesfall- und Bestattungskosten, die erst nach dem Todestag der EL-beziehenden Person entstanden sind, bleiben unberücksichtigt. Für deren Begleichung hat der Gesetzgeber den in Art. 16a Abs. 1 ELG festgelegten Freibetrag von Fr. 40'000.- vorgesehen. Die Rz. 4720.03 WEL enthält mit Blick auf Art. 16a Abs. 1 ELG und Art. 27a Abs. 1 ELV eine zulässige Formulierung (E. 7 und 8).
Art. 16a al. 1 LPC; art. 27a al. 1 OPC-AVS/AI; ch. 4720.03 de la directive sur les prestations complémentaires à l'AVS et à l'AI (DPC); restitution de prestations légalement perçues; la succession de la bénéficiaire de PC décédée se détermine d'après la fortune existant au jour de son décès.
Pour déterminer la succession, il faut prendre en compte les actifs successoraux déduction faite des dettes du défunt ou de la défunte à la date du décès. Les frais funéraires et les frais liés au décès qui ne sont pas engagés avant le décès de la personne bénéficiaire de PC ne sont pas pris en considération. Pour leur règlement, le législateur a prévu l'abattement de 40'000 fr. fixé à l'art. 16a al. 1 LPC. Le ch. 4720.03 DPC, tel qu'il est formulé, n'est pas critiquable au regard de l'art. 16a al. 1 LPC et de l'art. 27a al. 1 OPC-AVS/AI (consid. 7 et 8).
Art. 16a cpv. 1 LPC; art. 27a cpv. 1 OPC-AVS/AI; cifra marginale 4720.03 delle direttive sulle prestazioni complementari all'AVS e all'AI (DPC); restituzione di prestazioni percepite legalmente; definizione dell'eredità del beneficiario di PC deceduto in base alla sostanza determinante al giorno del decesso.
Per definire l'eredità, occorre prendere in conto gli attivi della successione dedotti i debiti del defunto o della defunta al momento del decesso. Le spese legate al decesso e quelle di sepoltura sorte soltanto dopo il giorno del decesso della persona beneficiaria di PC non sono considerate. Per saldarle, il legislatore ha previsto la franchigia di fr. 40'000.- stabilita all'art. 16a cpv. 1 LPC. La cifra marginale 4720.03 DPC contiene una formulazione ammissibile con riferimento agli art. 16a cpv. 1 LPC e 27a cpv. 1 OPC-AVS/AI (consid. 7 e 8).
Schweizerisches Bundesgericht 5A_595/2024 vom 28.03.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Sachenrecht - Grundbucheintragung
= ius.focus 6/2025 S. 5 (Vanessa Bürgin, Erfordernis des Erbscheins bei einem auslegungsbedürftigen Ehegattenerbvertrag)
Wirft ein deutscher Ehegattenerbvertrag Auslegungsfragen auf und besteht Unklarheit aufgrund der Formulierung, kann ein Erbschein als Richtigkeitsgewähr verlangt werden
= iusnet ErbR vom 16.05.2025
(Eintragung im Grundbuch: Rechtsgrundnachweis bei ausländischem Erbgang)
= ZBGR 106 (2025) 317
ZGB Art. 559 Abs. 1 und 965 Abs. 1; IPRG Art. 99 Abs. 1; GBV 65 Abs. 1; ausländische Erbausweise als Ausweis für die Eintragung der Erben im Grundbuch
Nachweis der Erbfolge kann mit ausländischem Erbfolgezeugnis erbracht werden, die der schweizerischen Erbbescheinigung gleichwertig sind. Gleichwertig als Ausweis für einen in Deutschland domizilierten Erblasser ist das europäische Nachlasszeugnis, der deutsche Erbschein oder bei vollständiger Klarheit der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse auch eine öffentliche beurkundete Verfügung von Todes wegen mit der Urkunde über die Eröffnung der Verfügung durch die zuständige Behörde (Erw. 3).
CC art. 559 al. 1 et art. 965 al. 1; LDIP art. 99 al. 1; ORF art. 65 al. 1. Pièces de légitimation étrangères nécessaires pour l’inscription des héritiers au registre foncier.
La preuve de l’ouverture de la succession peut être apportée par la production de documents étrangers qui ont la même valeur juridique que les certificats d’héritiers du droit suisse. Tel est le cas, en relation avec la succession d’un de cujus domicilié en Allemagne, du certificat successoral européen, du certificat d’héritiers (Erbschein) allemand et, en l’absence de tous doutes concernant les rapports de fait ou de droit, la disposition pour cause de mort instrumentée en la forme authentique accompagnée d’un acte authentique confirmant l’ouverture officielle de cette disposition, établi par l’autorité compétente (cons. 3).
Tribunal Fédéral 5A_385/2024 du 27.03.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - recevabilité de l'action en pétition d'hérédité
Un arrêt statuant sur la question de savoir si la voie de l'action en pétition d'hérédité est ouverte, respectivement si cette action est ou non périmée, est une décision incidente au sens de l’art. 93 al. 1 LTF (c. 1.2).
Une telle décision peut être entreprise immédiatement si l'admission du recours peut conduire immédiatement à une décision finale qui permet d'éviter une procédure probatoire longue et coûteuse (Art 93 al. 1 let. b LTF). La partie recourante doit établir, si cela n’est pas manifeste, qu’une décision finale permettrait d’éviter une procédure probatoire longue et coûteuse en détaillant quelles questions de fait sont encore litigieuses et quelles preuves, déjà offertes ou requises, doivent encore être administrées, et en quoi celles-ci entraîneraient une procédure probatoire longue et coûteuse. Pour que la condition légale soit remplie, il faut que la procédure probatoire, par sa durée et son coût, s'écarte notablement des procès habituels ; cette condition doit être interprétée restrictivement (c. 1.2).
La recourante soutient en l’espèce que si le recours était rejeté, la procédure probatoire devant la première instance durerait encore plusieurs années, notamment en raison d’une expertise graphologique du testament sur lequel se fondent els intimés et l’audition de plusieurs témoins résidants à l’étranger. Toutefois, la recourante n’indique pas clairement quels faits sont litigieux ni en les mesures d’instruction requises. Par ailleurs, elle ne développe aucunement la condition d'une procédure probatoire coûteuse, ce qui n'est pas admissible compte tenu de l'exigence accrue de motivation qui s'applique en la matière (c. 1.3).
Eine Entscheidung darüber, ob der Weg der Erbschaftsklage offensteht bzw. ob diese Klage verjährt ist, ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 LTF (E. 1.2).
Gegen einen solchen Zwischenentscheid ist die Beschwerde zulässig, wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die beschwerdeführende Partei muss, sofern dies nicht offensichtlich ist, darlegen, dass eine endgültige Entscheidung ein weitläufiges und kostspieliges Beweisverfahren vermeiden würde, indem sie detailliert aufführt, welche Sachfragen noch streitig sind, welche bereits angebotenen oder beantragten Beweise noch zu erheben sind und warum diese zu einem bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten führen würden. Damit die gesetzliche Voraussetzung erfüllt ist, muss sich das Beweisverfahren in seiner Dauer und seinen Kosten erheblich vom üblichen Prozessgeschehen unterscheiden; diese Voraussetzung ist restriktiv auszulegen (E. 1.2).
Die Beschwerdeführerin macht im vorliegenden Fall geltend, dass das Beweisverfahren vor der ersten Instanz insbesondere aufgrund eines graphologischen Gutachtens zu dem Testament, auf das sich die Beschwerdegegner stützen, und der Vernehmung mehrerer im Ausland wohnhafter Zeugen noch mehrere Jahre dauern würde, wenn die Beschwerde zurückgewiesen würde. Die Beschwerdeführerin macht jedoch nicht klar, welche Tatsachen streitig sind und welche Beweismittel erforderlich sind. Ausserdem geht sie in keiner Weise auf die Voraussetzung eines kostspieligen Beweisverfahrens ein, was angesichts des hinreichenden Begründungserfordernisses in dieser Frage nicht zulässig ist (E. 1.3).
Tribunal Fédéral 5A_659/2024 du 26.03.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral
---
Tribunal Fédéral 5A_989/2023 du 03.03.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions -
retrait de l'assistance judiciaire (exhérédation)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_841/2024 vom 27.02.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Sistierung (erbrechtliches Auskunftsbegehren)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_845/2024 vom 27.02.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Sistierung (erbrechtliches Auskunftsbegehren)
---
Tribunal Fédéral 5D_10/2024 du 21.02.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Tribunal Fédéral 5D_13/2024 du 21.02.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - exécution forcée, amende journalière (succession)
---
Tribunal Fédéral 9C_383/2023 du 20.02.2025
IIIe Cour de droit public - Finances publiques & droit fiscal - Impôt sur les gains immobiliers du canton de Genève (imposition différée), période fiscale 2021 (succession)
---
Tribunal Fédéral 5F_4/2025 du 19.02.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - requête de révision de l'arrêt du Tribunal fédéral 5F_1/2025 du 24 janvier 2025, récusation
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_129/2025 vom 19.02.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Erbteilung
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_608/2024 vom 29.01.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Ausstand (Ungültigkeitsklage)
---
Tribunal Fédéral 5A_592/2024 du 24.01.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - partage successoral, irrecevabilité de l'appel
---
Tribunal Fédéral 5F_1/2025 du 24.01.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - demande de révision de l'arrêt du Tribunal fédéral 5D_5/2024 du 6 novembre 2024
---
Tribunal Fédéral 5A_112/2022 du 22.01.2025
IIe Cour de droit civil - Droit des successions - reddition de comptes (succession)
L’obligation de rendre des comptes (art. 400 al. 1 CO) met à la charge du mandataire l'obligation, envers le mandant, de lui rendre compte de sa gestion ainsi que de lui restituer tout ce qu'il a reçu de ce chef (Ablieferungs- ou Herausgabepflicht) et comprend l'obligation de renseigner (Informationspflicht) (c. 5.1).
Le droit découlant de l’art. 400 al. 1 CO subsiste après la fin du mandat et se transmet aux héritiers du mandant. Dans le contexte d’une relation de mandat conclue entre le défunt et son avocat, le secret professionnel de l’avocat est opposable aux héritiers au mandant lorsque la reddition de compte est intentée par les héritiers du client et qu'elle porte sur des renseignements que l'avocat recherché avait recueillis dans son activité professionnelle spécifique (ou typique) (c. 5.3).
Dans le cas de mandats problématiques, notamment mixtes ou globaux – par exemple lorsque les services relevant de l'activité typique ou accessoire s'imbriquent les uns aux autres –, l'avocat ne peut se prévaloir d'une manière générale et sans opérer de distinction de son secret professionnel ; pour délimiter quels faits ou documents bénéficient de cette protection, il faut se référer à l'ensemble des circonstances concrètes du cas d'espèce. Il convient alors d'examiner dans chaque cas si l'activité de l'avocat était effectivement une activité d'avocat au moment où les faits litigieux lui ont été confiés. Si l'avocat a appris des faits confidentiels dans le cadre d'une activité privée, politique, sociale ou d'une autre activité non professionnelle, le secret professionnel ne peut être opposé (c. 5.4).
Die Rechenschaftspflicht (Art. 400 Abs. 1 OR) auferlegt dem Beauftragten die Pflicht, dem Auftraggeber über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, was ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu erstatten (Ablieferungs- bzw. Herausgabepflicht), und sie umfasst zudem eine Informationspflicht (E. 5.1).
Der Anspruch aus Art. 400 Abs. 1 OR besteht auch nach Beendigung des Auftragsverhältnisses fort und geht auf die Erben des Auftraggebers über. Im Rahmen eines Auftragsverhältnisses zwischen dem Verstorbenen und seinem Anwalt kann sich dieser gegenüber den Erben des Auftraggebers auf das Berufsgeheimnis berufen, wenn die Rechenschaftsablegung von den Erben verlangt wird und sich auf Informationen bezieht, die der beauftragte Anwalt im Rahmen seiner spezifischen (oder typischen) beruflichen Tätigkeit erlangt hat (E. 5.3).
Bei problematischen Auftragsverhältnissen, insbesondere bei gemischten oder umfassenden Mandaten – etwa wenn typische anwaltliche Dienstleistungen mit untergeordneten oder anderen Leistungen verflochten sind –, kann sich der Anwalt nicht pauschal und unterschiedslos auf das Berufsgeheimnis berufen. Zur Abgrenzung, welche Tatsachen oder Unterlagen vom Schutz des Berufsgeheimnisses erfasst sind, sind sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Es ist jeweils zu prüfen, ob die Tätigkeit des Anwalts im Zeitpunkt der anvertrauten streitigen Tatsachen tatsächlich eine anwaltliche Tätigkeit darstellte. Hat der Anwalt vertrauliche Tatsachen im Rahmen einer privaten, politischen, sozialen oder anderweitig nichtberuflichen Tätigkeit erfahren, kann das Berufsgeheimnis nicht geltend gemacht werden (E. 5.4).
= lawinside vom 16. April 2025
(Yoann Stettler/Célian Hirsch, L’opposition du secret professionnel de l’avocat à une demande de reddition de compte dans le cadre d’un litige successoral).
= dRSK vom 30.04.2025 (Yoann Stettler/Célian Hirsch, L’opposition du secret professionnel de l’avocat à une demande de reddition de compte dans le cadre d’un litige successoral)
= iusnet ErbR vom 14.03.2025 (Auskunftsanspruch der Erben gegenüber dem Anwalt des Verstorbenen / Anwaltsgeheimnis)
Schweizerisches Bundesgericht 5A_44/2025 vom 21.01.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Erbrecht - Unentgeltliche Rechtspflege (Herausgabe, Rückübertragung)
---
Schweizerisches Bundesgericht 5A_336/2024 vom 17.01.2025
II. zivilrechtliche Abteilung – Familienrecht - Validierung Vorsorgeauftrag
= BGE 151 III 81
Art. 361 Abs. 1, Art. 499 ff. ZGB, Art. 55 SchlT ZGB; öffentliche Beurkundung des Vorsorgeauftrags.
Zur Frage, ob Art. 361 Abs. 1 ZGB für die öffentliche Beurkundung eines Vorsorgeauftrags auf die Vorschriften über die öffentliche Beurkundung letztwilliger Verfügungen (Art. 499 ff. ZGB) verweist oder entsprechend dem Grundsatz von Art. 55 SchlT ZGB das kantonale Recht massgeblich ist
(E. 3).
Art. 361 al. 1, art. 499 ss CC, art. 55 Tit. final CC; forme authentique du mandat pour cause d'inaptitude.
Question de savoir si l'art. 361 al. 1 CC renvoie, s'agissant de la forme authentique d'un mandat pour cause d'inaptitude, aux dispositions relatives au testament public (art. 499 ss CC) ou si le droit cantonal est déterminant conformément au principe de l'art. 55 Tit. final CC (consid. 3).
Art. 361 cpv. 1, art. 499 segg. CC, art. 55 Tit. fin. CC; atto pubblico del mandato precauzionale.
Esame della questione volta a chiarire se l'art. 361 cpv. 1 CC, per l'atto pubblico di un mandato precauzionale, rinvii alle norme sulla forma pubblica di un testamento (art. 499 segg. CC) o se sia determinante il diritto cantonale in conformità al principio dell'art. 55 Tit. fin. CC (consid. 3).
= ius.focus 3/2025 S. 4 f.
(Tom Heusler, Erfordernis der öffentlichen Beurkundung beim Vorsorgeauftrag)
Die öffentliche Beurkundung beim Vorsorgeauftrag richtet sich gemäss Art. 55 SchlT ZGB nach kantonalem Recht. Die Formvorschriften der öffentlichen letztwilligen Verfügung (Art. 499 ff. ZGB) kommen nicht zur Anwendung
= FamPra.ch 2025, 520
Art. 361 Abs. 1, 499 ZGB: Form des Vorsorgeauftrags
Die Anforderungen an die öffentliche Beurkundung eines Vorsorgeauftrags richten sich nach kantonalem Recht. Die besonderen Erfordernisse für die öffentliche Beurkundung letztwilliger Verfügungen müssen deshalb nicht eingehalten werden; insbesondere ist der Beizug von zwei Zeugen nicht erforderlich.
Art. 361 al. 1, 499 CC: Forme du mandat pour cause d’inaptitude
Les exigences en matière d’authentification d’un mandat pour cause d’inaptitude suivent le droit cantonal. Le respect des contraintes particulières applicables à l’authentification des dispositions pour cause de mort n’est donc pas impératif ; il n’est en particulier pas nécessaire de faire intervenir deux témoins.
Art. 361 cpv. 1, 499 CC: forma del mandato precauzionale
I requisiti dell’atto pubblico di un mandato precauzionale sono determinati dal diritto cantonale. Pertanto, non trovano applicazione le esigenze particolari previste per la rogazione di disposizioni testamentarie; in particolare, non è richiesto l’intervento di due testimoni.
= Pra. 4/2025 S. VII
= SJ 2026, 20
Interprétations littérale, historique, théologique et systématique de l’art. 361 al. 1 CC relatif à la constitution, en la forme olographe ou authentique, du mandat pour cause d’inaptitude, permettant de trancher que cette disposition ne renvoie pas (implicitement) aux art. 499 ss CC; l’acte authentique est donc régi par le droit cantonal, conformément au principe de l’art. 55 Tit. fin. CC.
= ZBGR 106 (2025) 307
ZGB Art. 361 Abs. 1, Art. 499 ff., SchlT ZGB Art. 55; öffentliche Beurkundung des Vorsorgeauftrags
Zur Frage, ob Art. 361 Abs. 1 ZGB für die öffentliche Beurkundung eines Vorsorgeauftrags auf die Vorschriften über die öffentliche Beurkundung letztwilliger Verfügungen (Art. 499 ff. ZGB) verweist oder entsprechend dem Grundsatz von Art. 55 SchlT ZGB das kantonale Recht massgeblich ist (Erw. 3).
CC art. 361 al. 1, art. 499 ss, Tit. final CC art. 55; forme authentique du mandat pour cause d’inaptitude
Question de savoir si l’art. 361 al. 1 CC renvoie, s’agissant de la forme authentique d’un mandat pour cause d’inaptitude, aux dispositions relatives au testament public (art. 499 ss CC) ou si le droit cantonal est déterminant conformément au principe de l’art. 55 Tit. final CC (consid. 3).
